Kleine Maräne (Coregonus albula)

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Medic
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Kleine Maräne (Coregonus albula)

Beitrag von Medic »

Hallo,

ich bin Neuling beim Maränenfischen und habe aber bisher keine einzige gefangen bekommen.
Ich wohne in Norddeutschland in dem auf natürlichem Wege es die Kleine Maräne (Coregonus albula) gibt.
Es gibt zwar in unserem See auch die Große Maräne aber die fängt selbst der Fischer eher Selten, wenn überhaupt 1-2 mal/Stück im Jahr-wie er sagt.

Bin mir noch nichteinmal sicher ob ich sie wirklich gefunden habe mit dem Echo oder ob es andere Fische sind.
War bisher 4 mal raus aber nichts, wenn ich ehrlich bin probiere ich bisher auch mehr rum als alles andere .... So kommt es mir zumindest vor.

Hier meine Fragen;
Wie sehen sie auf dem Echo aus? Benutze ein Humminbird 798si.
Welche Formen haben die Schwärme?
Woran kann ich sie quasi erkennen?
Ist es überhaupt schon Zeit sie zu fangen? Wo müßte ich Sie jetzt vermuten-suchen?
Wassertemperatur 6 Grad an der Oberfläche. Es handelt sich um einen Grundwasser gespeisten See.

Der Fischer bei uns hat seine Netze noch nicht raus. Erst im Mai-Juni.
Kann mir jemand dazu etwas sagen?
Will sie unbedingt in unserem See fangen, da sie doch als Nichtfangbar gelten.
Habe bisher mit dem Renkenschwimmer/Schnur und der Hegene gefischt. Alles quasi in Form einer Grundausstattung von Angelprofi.at schicken lassen.
Habe diese Hegenen von ihm.....
http://angelprofi.at/hegenenrenke.htm#H ... 0-%20Krepp" onclick="window.open(this.href);return false;
http://angelprofi.at/hegenenrenke.htm#H ... %20Spezial" onclick="window.open(this.href);return false;
http://angelprofi.at/hegenenrenke.htm#H ... 0Lureflash" onclick="window.open(this.href);return false;
http://angelprofi.at/hegenenrenke.htm#H ... 20Attersee" onclick="window.open(this.href);return false;

Gibts dazu Tipps? Sollte ich andere ausprobieren? Der Mikstetter Rudolf von Angelprofi.at meinte damit wäre schon sehr gut/breit aufgestellt und sollte erstmal probieren.
Will jetzt nicht Stundenlang tippen, aber einfach mal darüber ins Gespräch kommen und nat. Tipps erhaschen um die Silberlinge ins Boot zu bekommen.

Viele Dank für deine Antwort

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uwe2855
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Re: Kleine Maräne (Coregonus albula)

Beitrag von uwe2855 »

Hallo Medic

Na, dann will ich mal loslegen.
Ich kann dir allerdings nur erklären, wie das bei uns ist.
Wir reden hier natürlich über coregonus albula. Renken sind ganz andere Fische!

Mit den Echolotbildern ist das eigentlich ganz einfach. Ich benutze jedoch ein Lowrance X 135. Einstellung: Geteilter Bildschirm mit 4-fachem Bodenzoom. Keine Fish-ID !!

Die Fische stehen noch sehr tief, zwischen 28 und 30m. Tiefer ist unsere Talsperre allerdings zur Zeit nicht und sie stehen extrem nah am Grund. Zur Zeit sind die Schwärme bei uns nur 20-50cm hoch, aber großflächig und sehr dicht. Wenn man über die Schwärme fährt, sieht man auch kaum Sicheln, sondern nur kleine Erhebungen oder eine verdickte Grayline. Hast du so etwas auf dem Bildschirm, dann halte an solch einer Stelle mal an.
Du solltest auf jeden Fall ankern. So windstill kann es gar nicht sein, das das Boot ganz ruhig steht.
Zur Zeit mögen unsere Maränen absolut keine schnellen Bewegungen der Nymphen, deswegen setze ich immer 2 Anker. Auch bei Windstille.
Im fest verankerten Boot sieht das Echolotbild sehr eintönig aus. Sagen wir einfach mal, es zeigt dir eine konstante Wassertiefe von 29,7m an. Ziehen die Schwärme über Grund, wird die Grayline dicker und mein Echolot sagt mir meistens eine geringere Wassertiefe an, etwa 29,5 oder 29,2m. Ziehen die Fische weg und habe ich wieder 29,7m auf der Anzeige.
Es sind bei uns aber nicht nur Maränen da unten, sondern auch Barsche, Kaulbarsche und noch vereinzelt Rotaugen. Alles geht an die Hegene.
Natürlich kann man die Maränen da unten fangen. Ich fange zur Zeit nichts anderes. Heute war ich noch in den Mittagsstunden unterwegs und hab so 20 Stück gefangen dazu ein paar halbstarke Barsche. Aber es ist wirklich nicht einfach. Das Hauptproblem ist und bleibt nämlich die Bisserkennung bei extrem langsamer Führung der Hegene. Ich hebe sie auch nur 10-15cm an und lasse sie dann ganz langsam wieder bis auf den Grund herunter. Für 10cm nach oben etwa 5-6 Sekunden. Hebt man zu schnell an, gehen die Maränen absolut nicht an die Haken. Bisse können jederzeit erfolgen, meistens beim Heben. Die allerfeinste Rutenspitze ist durch ein 7gr Endblei ja immer etwas vorgekrümmt und bei jeder, noch so leichten Veränderung ist sofort anzuschlagen!

Zu deinen Hegenen:
Die Nymphen sind bestimmt gut. Ob eure Maränen sie allerdings mögen, muss man austesten.
Ich binde meine Hegenen selber, weil bei den fertigen Hegenen die Seitenarme zum Maränenangeln zu lang sind. Man hat extrem viele Fehlbisse bzw. man sieht die feinen Bisse überhaupt nicht mehr. Ich mache die Seitenarme 1,9 bis max 2,2cm lang. Der Abstand vom Blei zum ersten Springer halte ich bei 15cm. Die Abstände zu den nächsten Springern liegt bei jeweils 20cm.Die Fische stehen eh Grundnah.
Dann muss man wissen, das Maränen eigentlich reine Planktonfresser sind. Sie beginnen jetzt bei uns teilweise mit etwas Nahrungsaufnahme, nur kleinstes Plankton.
Warum sie überhaupt an die Hegene gehen, weiß ich auch nicht. Natürliche Vorbilder der Nymphen haben sie z. Zt. nicht im Magen.
Wunderwerke der Bindekunst beeindrucken unsere Maränen überhaupt nicht. Am liebsten nehmen sie ganz einfach schwarz mit roten oder grauen Perlen. Violett oder rot, ebenfalls mit Perlen, geht auch schon mal. Hauptsache, sehr dünn gebunden.
Mit dem Renkenschwimmer klappts auch. Allerdings sollte das Endblei nicht zu schwer sein. 30gr sind ein bisschen zu viel, besser wären 20gr. Das Blei allerdings nicht auf Grund legen, sondern so ausloten, das das Endblei so knapp wie möglich über Grund schwebt und warten, bis das der Schwimmer umfällt.
Ist mir aber zu langweilig.

Was noch ganz gut geht, ist die „Tote Rute“.
Man nehme eine weiche Rute, um die 2,5 m, Schnur egal und eine Hegene mit 15gr Endblei. Die Rute so auf die Bordkante legen, das sie möglichst wenig wackelt. Die Montage herunterlassen und fein ausjustieren, so das das Endblei 5-10cm über Grund schwebt.

Irgendwie bekommst du deine Maränen auch an die Haken!

Uwe
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Medic
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Re: Kleine Maräne (Coregonus albula)

Beitrag von Medic »

Hallo Uwe,

meine Güte ..... welch Arbeit für dich. Ich bin überwältigt. Sehr nett von Dir ....

Ich bin sofort ans Werk ..... Hegene gemessen, 2,5 cm Seitenarm länge. Sollte ich sie ändern, oder passt es noch? Wenn ja mit welcher Schnur? Habe noch 0,18 mm Copolymerschnur für Renke, Saibling, Forelle. Wäre die OK?

Kannst du mir Bilder von deinen Nymphen zeigen, oder besser noch einen Tipp wo du sie kaufst? Oder machst du die auch selbst? ;-)
Würde mir diese Schwarz, Rot und Violetten mit jeweils roten und grauen Perlen schnellstens besorgen wollen.
Sind das so deine mit denen du ausschließlich fischt, oder nur zu dieser Jahreszeit?
Gibts noch mehr fängige aus deiner Sicht?

Welche Rute fischt du? Ich habe bisher mit meiner Barschrute versucht, die ist zwar schon sehr fein ...... aber wenn ich das hier lese, nicht fein genug.
Also, noch einen Tipp zur Rute?

Warum das Blei nicht auf Grund? zb. beim Renkenschwimmer oder der toten Rute?

Viele Grüße und Danke im voraus für deine Antwort

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Medic
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Re: Kleine Maräne (Coregonus albula)

Beitrag von Medic »

Ich habe nochmal weiter gelesen.
Und einen Artikel von Dir entdeckt in dem du viel Über deine Nymphenfarben berichtest.

Schreib mir doch mal bitte welche Nymphen du benutzt ...... dann kann ich mich genauso ausstatten und es Versuchen.
Und wenns klappt ...... lad ich Dich ein zum Maränenfischen.
:wink:
Was ich bisher entziffert habe sind

Schwarz,Rot,Violetter Körper dünn gebunden mit jeweils einer Schwarzen, Roten und Grauen Perle.

Schwarz,Rot,Violetter Körper dünn gebunden BG (was auch immer das bedeutet) plus Schwarzer, Roten und Grauer Perle.

Lese ich vieles doppelt oder ist die Auswahl überholt oder falsch ........ klär mich mal kurz auf.

Und schreib mal eine Kurze zusammenstellung der Nymphen und die Bezugsadresse.
Bin heiss ..... Grins

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Joe
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Re: Kleine Maräne (Coregonus albula)

Beitrag von Joe »

Hallo Medic,

mit den erworbenen Hegenen wirst Du die kleine Maräne auch fangen. Wenn Du die Schwärme gefunden hast werden die Fische beissen, dies wird mit fortschreitendem Frühjahr besser. Alles andere hat Uwe genau beschrieben.

Gruß

Joe
"Zeit ist nur ein Bach in dem ich angeln gehe."

H.D. Thoreau

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uwe2855
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Re: Kleine Maräne (Coregonus albula)

Beitrag von uwe2855 »

Hallo Medic

Ooch, das mit dem Schreiben geht ja noch.
Um dir zu weiter zu helfen sind wir ja schließlich hier im Forum da.
Deine wenigen „Übungsfahrten“ von dir sind ja noch recht harmlos. Ich habe damals 2 Jahre gebraucht um die ersten beiden Fische ins Boot zu bekommen. Das war hart.

Lese erst noch einmal meinen Beitrag Kleine Maräne, bei Pro Fisch und Natur, durch. Da findest du eigentlich alles über das Gerät usw.

Ruten fürs Maränenangeln gibt’s eigentlich nicht. Renkenruten sind auch nur bedingt tauglich.
Geh mal in den Internetshop von dekoning.de
Den rufst du mal an, erzählst ihm um was es geht und das du die Adresse von mir hast. Dann klappt das schon. Er kennt das Problem nämlich.
Wenn du Hegenen knüpfen kannst, dann ändere deine mal um. Die vorhandenen Nymphen würde ich auch erst mal nehmen. Knüpfe die dunkleren ganz nach unten.
Ich nehme immer noch für die Hegene Stroft ABR mit 0.148mm Durchmesser. Enorm Knotenfest.
Die Nymphen mach ich auch selber. Ist ja eigentlich auch nicht schwierig. Ich kann dir auch welche schicken. Die Bezeichnung BG die du aufgelistet hast, steht für Body Glass, ein sehr einfach zu verarbeitendes Bindematerial.

Warum das Blei nicht auf Grund?
Das liegt an dem merkwürdigen Beissverhalten und den kurzen Bissen der Maränen zusammen.
Liegt das Blei auf Grund und ist die Schnur nicht stramm genug gespannt, bleiben die Fische nicht hängen. Jeder cm lockere Schnur bewirkt nur Fehlbisse oder man sieht sie erst gar nicht, weil die Fische sofort wieder loslassen. Wesentlich schneller als Renken.
Das wirst du erkennen, wenn du mal eine geeignete Zupfrute hast und die ersten Bisse siehst. Sicherlich gibt’s auch „brutale“ Bisse, aber meistens siehst du an der feinen Rutenspitze die Bisse nur als minimale, sehr kurze Bewegungen in mm Bereich. Darauf kannst du dich schon mal einstellen. Man muss wirklich ganz konzentriert auf die Rutenspitze achten. Über mehrere Stunden hinweg ist das ziemlich anstrengend.

Hatte ich vergessen: Was noch geht, ist die Methode mit der Unterwasserpose. Nimm ein 20gr Endblei und den Stopper für die entsprechende Pose stellst du auf 4-5m ein. Die Montage rauscht auf Grund und die Pose bleibt dann ziemlich senkrecht in 4-5m über Grund stehen und die Schnur der Hegene ist dabei immer gespannt. Die Fische haken sich dann auch selber. Das Ausloten entfällt.


Ab Mai bis Mitte Juni ist das etwas einfacher. Dann ernähren sich die Maränen bei uns nur von schwarzen Mückenlarven und nehmen brutal so ziemlich alles was nach Mückenlarven aussieht. Aber die Fische stehen auch dann ganz nah am Grund.
Steht aber alles in meinen Fangberichten.

Warum der Fischer bei euch keine Netze setzt, kann ich mir schon denken. Sie huschen sicher unter dem Netz durch.
In ein paar Wochen sieht die Sache nämlich wieder anders aus, dann beginnen die Maränen bei Beginn der Dämmerung nach oben zu wandern. Hochinteressant und sehr gut mit dem Echolot zu verfolgen.
Noch Fragen? Kein Problem.

War heute Mittag nur kurz auf dem See, eigentlich nur um ein paar Bilder vom Echolot zu machen.
Habe natürlich auch meine Hegenenrute mitgenommen und dabei noch ein Dutzend Maränen gefangen.

Die ersten 3 Bilder vom geruderten Boot.

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Noch 3 vom fest verankerten Boot.


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Und so sollte dein Zielfisch aussehen. Mit 24cm schon fast "Kapital"

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Uwe
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